MEDIFISCH

WIRKUNGSWEISE DES GARRA RUFA

Wirkungsweise des Garra Rufa

Während der kleine Fisch die abgestor­benen Hautschuppen erkrankter oder trockener Hautareale abknabbert, wirkt vor allem der mecha­nische Effekt: Verhärtete, lose Hautschichten werden sanft abgetragen, ähnlich einem sehr milden Peeling, während die Bewegung im warmen Wasser zusätzlich die Durch­blutung anregt.

Woher kommt die Wirkung tatsächlich? Nicht, wie oft behauptet, von einem Enzym namens Dithranol, das der Fisch angeblich absondert – dieser Stoff existiert zwar wirklich, ist aber ein künstlich herge­stelltes Psoriasis-Medikament aus der Apotheke und hat mit Fischen nichts zu tun. Wissen­schaftlich unter­sucht wurde die Wirkung bei Psoriasis bislang in zwei kontrol­lierten Studien (Özçelik et al., 2000; Grass­berger & Hoch, 2006, Medizi­nische Univer­sität Wien), die eine spürbare Verbes­serung des Hautbilds dokumen­tierten – auf Basis der mecha­ni­schen und durch­blu­tungs­för­dernden Wirkung, nicht eines Enzyms.

Der kleine Knabber­fisch ist eine rötliche Saugbarbe mit dem wissen­schaft­lichen Namen Garra rufa und gehört zur Familie der Karpfen­fische. Seine Heimat sind die warmen Thermal­quellen im anato­li­schen Hochland der Türkei, das sogenannte Kangal­gebiet, weshalb er auch Kangal­fisch genannt wird. Da es in diesen Gewässern kaum Plankton gibt, hat sich der Fisch im Lauf der Zeit auf eine andere Nahrungs­quelle einge­stellt: die Hautschuppen der dort badenden Menschen.

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