Garra rufa gegen Neurodermitis – natürliche Hilfe bei atopischem Ekzem
Der sogenannte „Doktorfisch“ Garra rufa hilft vielen Neurodermitis-Erkrankten, ihre Beschwerden zu lindern – ganz ohne Kortison oder aggressive Medikamente. Seit etwa 2009 erfreut sich der Fisch in Deutschland wachsender Beliebtheit, insbesondere bei Dermatologen und ganzheitlich arbeitenden Heilpraktikern.
Was ist Neurodermitis?
Neurodermitis – auch bekannt als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis – ist eine chronische, nicht ansteckende Hauterkrankung. Typische Symptome sind:
- starke Hauttrockenheit
- nässende oder schuppende Ekzeme
- Rötungen
- intensiver Juckreiz
Die Krankheit verläuft schubweise, oft ausgelöst durch Stress, Umwelteinflüsse oder bestimmte Nahrungsmittel. Obwohl Neurodermitis als nicht heilbar gilt, lässt sie sich behandeln – unter anderem mit Garra rufa.
Hinweis: Ein Teil der Informationen über das atopische Ekzem stammt aus dem Wikipedia-Artikel unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. Wikipedia steht in keiner Verbindung zu MEDIFISCH.de und gibt keine Empfehlungen für Produkte oder Anbieter.
Schulmedizinische Behandlung von Neurodermitis
In Deutschland orientieren sich Ärzte an einem vierstufigen Behandlungsmodell:
- Stufe 1: Trockene Haut
– Intensive Basispflege und Vermeidung von Reizfaktoren - Stufe 2: Leichte Ekzeme
– Glucocorticoide der Klasse 1–2
– ggf. Calcineurinhemmer oder antiseptische Salben - Stufe 3: Moderate Ekzeme
– Glucocorticoide der Klasse 2–3
– stärker dosierte Immunsuppressiva äußerlich - Stufe 4: Schwere, chronische Ekzeme
– systemische Therapie (z. B. Cyclosporin A)
Diese Medikamente können jedoch Nebenwirkungen verursachen – etwa Hautverdünnung, Leber- und Nierenschäden oder Hormonstörungen. Hier kommt Garra rufa als sanfte, natürliche Alternative ins Spiel.
Wie hilft Garra rufa bei Neurodermitis?
Garra rufa entfernt keine gesunde Haut, sondern reagiert gezielt auf kranke, geschädigte Hautpartien. Beim Fressen setzen die Fische Enzyme frei, die entzündungshemmend und desinfizierend wirken. Gleichzeitig fördern Mikro-Massagen die Durchblutung und stärken das Immunsystem der Haut.
Der in Garra rufa enthaltene Wirkstoff: Dithranol
Ein besonders spannender Aspekt ist das Enzym, das der Fisch beim Fressen absondert. Es enthält unter anderem Dithranol – einen in der Dermatologie bekannten Wirkstoff, der auch in Cremes gegen Psoriasis, Akne, Ekzeme und Hautpilz verwendet wird.
Kritik und Gegenargumente
Natürlich gibt es auch Vorbehalte gegen die Fischtherapie. Häufig genannt:
- fehlende wissenschaftliche Großstudien
- mögliche Krankheitsübertragungen
- ethische Bedenken bzgl. Tierwohl
Fakt ist: Garra rufa greift keine gesunde Haut an, und bei sachgemäßer Haltung und Hygiene besteht kaum Infektionsgefahr. In Ländern wie der Türkei oder Österreich sind Garra-rufa-Therapien seit Jahrzehnten etabliert – teils sogar von Krankenkassen bezuschusst.
Ablauf einer Garra-rufa-Therapie bei Neurodermitis
- Anamnese: Der Behandler (z. B. Hautarzt, Heilpraktiker, TCM-Therapeut) begutachtet die betroffenen Stellen und legt die Therapieform fest.
- Behandlung: Die betroffenen Hautpartien werden ins Wasserbad mit den Fischen getaucht. Je nach Setup ist auch eine Ganzkörperanwendung möglich.
- Wirkung: Die Fische erkennen durch feine Reizwahrnehmung geschwächte Hautareale, massieren sie durch Saugen und sanftes Knabbern und geben dabei heilungsfördernde Enzyme ab.
- Nach wenigen Minuten: Die Haut fühlt sich weicher an, der Juckreiz lässt nach. Leichte Rötungen verschwinden schnell wieder.
- Therapiezeitraum: In der Regel wird über 2–3 Wochen behandelt. Erste Erfolge zeigen sich oft schon nach wenigen Sitzungen.
Studienergebnisse: In Pilotstudien der Universität Wien wurde eine Heilerfolgsquote von über 75 % bei Neurodermitis-Patienten festgestellt.
Fazit: Garra rufa – eine natürliche Ergänzung zur Neurodermitis-Therapie
Wer mit Nebenwirkungen schulmedizinischer Präparate zu kämpfen hat oder einfach einen ganzheitlichen Weg sucht, findet mit dem Garra rufa eine effektive und sanfte Unterstützung. Ob als Ergänzung oder Alternative: Für viele Betroffene zählt am Ende nur, dass es hilft.